Brienz-Rothorn-Bahn - Dampf am Berg


Technische Daten

Länge: 7,6 km; Überwundene Höhenmeter: 1680 m; Spurweite: 800 mm
Betriebseröffnung: 17. Juni 1892; Traktionsart: Dampf / Diesel
Maximale Neigung: 25 %; Zahnradsystem: Abt
Betriebszeiten: ca. Ende Mai bis Ende Oktober

Nach der Eröffnung der Rigibahn als erste Bergbahn Europas brach in der Schweiz das Bergbahnfieber aus und so wurde auch in Brienz erwogen, eine Bahn auf das Rothorn zu bauen. Der in Luzern wohnhafte Ingenieur Alexander Lindner, der beim Bau der Gotthardbahn mitgearbeitet hatte, entwickelte Ideen für die mögliche Linienführung und reichte zusammen mit einigen Brienzern 1889 ein Konzessionsgesuch ein.

Im Sommer 1890 wurde mit dem Bau der Strecke begonnen und bereits nach einer Bauzeit von gerade mal 14 Monaten konnte am 31. Oktober 1891 mit einem von einer Dampflokomotive geschobenen Materialzug das erste Mal der Gipfel erreicht werden. Mit insgesamt vier von den SLM (Schweizerische Lokomotiv- und Maschinenfabrik Winterthur) gelieferten Dampflokomotiven konnte am 17. Juni 1892 der planmässige Betrieb aufgenommen werden.
Der Erfolg der Bahn entsprach aber bei weitem nicht den Vorstellungen der Betreiber. Erst nach 1900 stieg die Zahl der Fahrgäste an, erreichte 1911 mit über 15'000 sogar ein Spitzenergebnis. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges führte aber zum Einbruch des Ausflugsverkehrs, worauf die Brienz-Rothorn-Bahn am 9. August 1914 ihren Betrieb einstellte.
16 Jahre war es still um die Bahn, sogar der Abbruch der Strecke stand zur Debatte. Als aber Ende der 1920er Jahre der Tourismus wieder zunahm, wurde von einer neuen Gesellschaft ein Wiederbelebungsversuch unternommen, nachdem die Infrastruktur einer gründlichen Revision unterzogen worden war. 1931 wurde der Betrieb wieder aufgnommen und die Fahrgastzahlen entwickelten sich äusserst erfreulich.

Nachdem die Bahn auch den Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden hatte und die Fahrgastzahlen danach weiter zunahmen, schien die Zukunft der Bahn gesichert. Doch nun trat ein neues Problem auf: Die alten Dampfrösser waren den wachsenden Strapazen nicht mehr gewachsen. Die Generalversammlung der Bahn beschloss sogar deren Stilllegung und der Ersatz durch eine Luftseilbahn.
Nach dem Widerstand von Bahnfreunden wurde dann aber glücklicherweise eine andere Lösung gefunden. Zwischen 1973 und 1987 wurden insgesamt vier Diesellokomotiven beschafft, die von da an die alten Dampflokomotiven entlasten konnten.
Ab 1992 wurden von der SLM insgesamt vier neu entwickelte, ölgefeuerte Dampfloks geliefert. Diese modernen high-tech-Dampfloks sind stärker als die alten und können von einer einzigen Person bedient werden. Damit dürfte der Dampfbetrieb am Brienzer Rothorn auch in Zukunft gesichert sein.

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