Dampfbahn Furka Bergstrecke - Ein Juwel ist gerettet


Technische Daten

Länge: 17,8 km; Überwundene Höhenmeter: Realp - Furka: 607 m, Oberwald - Furka: 794 m;
Spurweite: 1000 mm; Betriebseröffnung: 4. Juli 1926, Wiedereröffnung 11. Juli 1992 bis 12. August 2010; Traktionsart: Dampf, zw. 1942 und 1981 elektrisch; Maximale Neigung: 11 %;
Zahnradsystem: Abt; Betriebszeiten: ca. Ende Juni bis Anfang Oktober

Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts suchten Ingenieure einen Weg für die Eisenbahn vom urnerischen Urserental ins Walliser Goms. Das Furka-Massiv galt es zu überwinden, eine Hochgebirgslandschaft mit einmaligen Ausblicken auf den Rhonegletscher und eindrückliche Berggipfel; eine Landschaft aber auch, die den Bahnbauern einiges abverlangte. 1915 konnte der Abschnitt Oberwald - Gletsch eröffnet werden, 11 Jahre später der restliche Abschnitt von Gletsch nach Realp, inklusive dem 1858 m langen Furka-Scheiteltunnel. Der Bau wurde von der Brig-Furka-Disentis-Bahn (DFB) begonnen und von der Furka-Oberalp-Bahn (FO) beendet.

Lawinen und Erdrutsche setzten der Strecke von Beginn an zu und machten den Betrieb nur im Sommer möglich. Somit wurde das Streckennetz der FO jeweils im Winterhalbjahr in die beiden Sektionen Brig - Oberwald und Realp - Disentis getrennt. Somit war auch die Strecke des 1930 lancierten Glacier-Express St. Moritz - Zermatt im Winter unterbrochen.
Dies stellte eine unbefriedigende Situation dar und als Lösung wurde der 15,4 km lange Furka-Basistunnel erstellt, der Oberwald und Realp wintersicher miteinander verbindet. Das FO-Streckennetz ist nun seit der Eröffnung des Tunnels 1982 ganzjährig auf der ganzen Strecke befahrbar.
Die alte Furka-Bergstrecke war nun überflüssig und sollte abgebrochen werden. Ein Horrorszenario für viele Eisenbahnliebhaber! Einige Enthusiasten gründeten daraufhin den Verein zur Rettung der Furka-Bergstrecke (VFB) und erreichten in Verhandlungen mit der FO, dass der geplante Streckenabbruch aufgehoben wurde. Die Bergstrecke allerdings befand sich unterdessen in einem bedauernswerten Zustand. Viele freiwillige Helfer begannen fortan, die Strecke zu unterhalten, um sie dereinst wieder befahrbar zu machen.

Es war ein gewaltiger Effort nötig der Helfer der Gesellschaft Dampfbahn Furka-Bergstrecke (DFB), welche aus dem VFB hervorgegangen war. Dank dem Einsatz dieser freiwilligen Helfern und vielen Spendern und Sponsoren gelang es nicht nur, die Bergstrecke etappenweise wieder in Betrieb zu nehmen, sondern auch alte Dampflokomotiven, die die FO in den 1940er Jahren nach Vietnam verkauft hatte, in einer spektakulären Aktion im Jahre 1990 in die Schweiz zurück zu holen.
Seit 1992 dampfen wieder Dampfloks über Teile der Furka-Bergstrecke, seit 2010 ist die Strecke auf der ganzen Länge wieder befahrbar.

Fotogalerie Dampfbahn Furka-Bergstrecke

Homepage der Dampfbahn Furka-Bergstrecke

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