Jungfrau-Bahn - In die Welt der Eisriesen


Technische Daten

Länge: 9,3 km; Überwundene Höhenmeter: 1393 m; Spurweite: 1000 mm
Betriebseröffnung: 19. September 1898 bis 1. August 1912;
Traktionsart: elektrisch seit Eröffnung, 1125V Drehstrom
Maximale Neigung: 25 %; Zahnradsystem: Strub; Betriebszeiten: ganzjährig

Eiger, Mönch und Jungfrau. So heisst die wohl bekannteste Bergkette der Schweizer Alpen. Kein Fotokalender über die Schweiz, auf dem diese Bergkette fehlen würde. Kein Wunder also waren gegen Ende des 19. Jahrhunderts viele Leute von der Idee angetan, vor allem die 4158 m hohe Jungfrau mit einer Bergbahn zu erschliessen.

Viele Projekte von pneumatischen Bahnen, Drahtseilbahnen und Zahnradbahnen wurden zu dieser Zeit ent- und wieder verworfen. Schliesslich war es der Zürcher Guyer-Zeller, der eine elektrische Zahnradbahn von der Kleinen Scheidegg bis unter den Gipfel der Jungfrau vorschlug. Von dort sollte dann ein 100m hoher Aufzug die Fahrgäste auf den Gipfel befördern.
1894 erhielt Guyer-Zeller die entsprechende Konzession, die aber mit einem Vorbehalt versehen war: Für den über 3200m ü.M. liegenden Streckenabschnitt musste zuerst bewiesen werden, dass der Bau und Betrieb dieser Bahn keine besonderen Gefahren für die Gesundheit des Menschen verursache. Mit einer wissenschaftlichen Höhenexpedition im Wallis, bei der mehrere Versuchspersonen mitwirkten, wurde dieser Beweis schliesslich erbracht.
Nachdem die Finanzierung gesichert war, wurde im Sommer 1896 auf der Kleinen Scheidegg mit den Bauarbeiten begonnen. Das Projekt sorgte bis weit über die Landesgrenzen hinaus für Aufsehen und Beachtung. Allerdings dauerte die Bauzeit mit 16 Jahren wegen naturbedingten technischen sowie schliesslich auch finanziellen Problemen mehr als doppelt so lang als ursprünglich angenommen. Nachdem das erste Teilstück Kleine Scheidegg - Eigergletscher 1898 in Betrieb genommen werden konnte, dauerte es noch bis 1912, bis die Züge schliesslich das Jungfraujoch erreichten. Das letzte Teilstück allerdings bis unter den Gipfel der Jungfrau, blieb aus technischen und finanziellen Gründen auf der Strecke. Guyer-Zeller aber, der Vater dieses Projektes erlebte die Vollendung der Bahn nicht. Bereits 1899 war er verstorben.
Eine Änderung an der technischen Anlage erlebte die Bahn 1951, als das wegen der geringen Steigung ursprünglich als Adhäsionsstrecke gebaute Teilstück Eismeer - Jungfraujoch ebenfalls noch eine Zahnstange erhielt, was den Betrieb spürbar vereinfachte.

Die Zahnradbahn aufs Jungfraujoch ist in verschiedener Hinsicht aussergewöhnlich: Einerseits liegt ihre "Talstation" mit 2061 m ü.M. ungewöhnlich hoch, des weiteren verlaufen 7,1 km der 9,3 km langen Strecke im Tunnel und schliesslich ist die 3454 m hohe Bergstation Jungfraujoch die höchste Eisenbahnstation Europas.
Für Jungfraujoch-Reisende ist es sicher auch empfehlenswert, bei den Zwischenstationen Eigerwand und Eismeer kurz auszusteigen, um die fantastische Aussicht aus den Panoramafenstern zu geniessen.

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