Vitznau-Rigi-Bahn und Arth-Rigi-Bahn

Auf die Königin der Berge


Technische Daten

Länge: VRB: 6,9 km; ARB: 8,6 km; Überwundene Höhenmeter: VRB: 1315 m; ARB: 1240 m; Spurweite: 1435mm
Betriebseröffnung: VRB: 21. Mai 1871; ARB: 04. Juni 1875
Traktionsart: elektrisch seit 1907 (ARB) bzw. 1937 (VRB), 1500V DC, zuvor Dampf
Maximale Neigung: VRB: 25 %; ARB: 20 %; Zahnradsystem: Riggenbach
Betriebszeiten: ganzjährig

Dank ihrer freistehenden Lage am Alpenrand bietet die Rigi eine unvergleichliche Aussicht, die über die Gipfel des Gotthardmassivs weit hinaus ins Mittelland und bis hin zu den Berner Oberländer Alpen reicht. Grandios ist natürlich auch die Sicht über den Vierwaldstätter- und den Zugersee, die weit unten im Tal liegen. Schon vor dem Bau der Zahnradbahnen war der Gipfel der Rigi ein beliebtes Ausflugsziel für Bergwanderer internationaler Herkunft. Kein Wunder also, dass bereits Überlegungen zum Bau einer Eisenbahn auf die Rigi angestellt wurden, noch bevor sonstwo in den Alpen eine Bergbahn existierte.

Der Bau der Vitznau-Rigi-Bahn ist unzertrennbar mit dem Namen des Basler Ingenieurs Niklaus Riggenbach verbunden. Er entwickelte die Leiterzahnstange, mit deren Hilfe die mit Zahnrad bestückten Triebfahrzeuge Steigungen bis 25% bezwingen können.
Am 9. Juni 1869 erteilte der Kanton Luzern Niklaus Riggenbach und den Ingenieuren Naeff und Zschokke die Konzession zum Bau und Betrieb einer Zahnradbahn von Vitznau nach Rigi-Staffelhöhe. Im September 1869 wurde mit dem Bau der Strecke begonnen und trotz Lieferproblemen von Schienen wegen des Deutsch-Französischen Kriegs und diverser weiteren Schwierigkeiten konnte am 21. Mai 1871 die erste Zahnradbahn Europas eröffnet werden. Allerdings hatte der "Kantönligeist" der Bahngesellschaft einen Streich gespielt. Für das auf Kantonsgebiet von Schwyz liegende letzte Teilstück von Rigi-Staffelhöhe nach Rigi-Kulm hatte die Vitznau-Rigi-Bahn keine Konzession erhalten. Inzwischen hatte sich nämlich ein Komitee in Arth gebildet, das seinerseits eine Zahnradbahn von seiner Seite auf Rigi-Kulm bauen wollte und das von der Schwyzer Kantonsregierung bevorzugt wurde. Nachdem dieses Komitee die Konzession vom Kanton Schwyz erhalten hatte, konnte die Vitznau-Rigi-Bahn im Auftrag der Arth-Rigi-Bahn das letzte kurze Teilstück bauen, musste aber jährlich eine hohe Pacht an die ARB bezahlen, was noch über viele Jahrzehnte hinweg zu heftigen Diskussionen und Streitereien führen sollte. Am 27. Juni 1873 konnte die Gesamtstrecke Vitznau - Rigi-Kulm dem Verkehr übergeben werden.

Der Bau an der Strecke Arth - Goldau - Rigi-Kulm begann 1873. Besondere Probleme bereitete den Erbauern hier die Kräbelwand, wo drei tief eingeschnittene Tobel überbrückt werden mussten. In Rigi-Staffel trafen die Erbauer der ARB auf die VRB und legten von dort das Gleis parallel zu dem bereits bestehenden Trassee der VRB. Eine Weichenverbindung wurde erst 1990 eingebaut. Die Talstrecke der ARB, von Arth am See nach Goldau, wurde 1959 eingestellt.

Die Dampflokomotiven der VRB hatten ursprünglich stehende Kessel, um während der Fahrt einen möglichst gleichmässigen Wasserstand zu erreichen. Bereits 1907 wurde die ARB elektrifiziert (Stromsystem 750V DC), die VRB folgte erst 1937 (Stromsystem 1500V DC). 1939 wurde die Fahrspannung auf 1500V vereinheitlicht.

Am 1. Januar 1992 kam es zur Fusion der einstigen Rivalen ARB und VRB.

Fotogalerie Vitznau-Rigi-Bahn (VRB)
Fotogalerie Arth-Rigi-Bahn (ARB)

Homepage der Rigi-Bahnen

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