Schynige-Platte-Bahn - Nostalgie als Erfolgsfaktor


Technische Daten

Länge: 7,2 km; Überwundene Höhenmeter: 1403 m; Spurweite: 800 mm
Betriebseröffnung: 14. Juni 1893; Traktionsart: elektrisch seit 1914, 1500V DC, zuvor Dampf
Maximale Neigung: 25 %; Zahnradsystem: Riggenbach
Betriebszeiten: ca. Ende Mai bis Mitte Oktober

Von der Schynigen Platte im Berner Oberland hat man eine grossartige Aussicht, die vom Pilatus über Brienzer- und Thunersee bis zum Oberländer Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau reicht. Dieser Berg wird von einer Zahnradbahn erschlossen, die noch heute mit dem gleichen Rollmaterial verkehrt wie zu Grossvaters Zeiten.

Die Baufirma Pümpin & Herzog erhielt am 26. September 1890 die Konzession zum Bau der Schynigen-Platte-Bahn. Im April 1891 wurde die Bahngesellschaft gegründet. Die gleiche Baufirma erstellte gleichzeitig auch die Wengernalpbahn, wodurch die technischen Merkmale der beiden Bahnen wie Spurbreite, Zahnstange und Fahrzeuge identisch sind.
Nach zwei Jahren Bauzeit konnte der Betrieb auf der Schynigen-Platte-Bahn aufgenommen werden. Von Anfang an verkehrte die Bahn immer nur in den Sommermonaten. 1895 wurde die bis dahin eigenständige Gesellschaft von den Berner Oberland Bahnen (BOB) übernommen, nachdem diese die Schynige-Platte-Bahn zuvor als lästige Konkurrenz angesehen hatten. Der Kaufpreis der Bahn inklusive ihrer drei Hotels betrug gerade mal 1,7 Millionen Franken.
1914 wurde die Schynige-Platte-Bahn mit dem gleichen Stromsystem elektrifiziert, mit dem bereits die Berner Oberland Bahnen sowie die Wengernalpbahn verkehrten. Der heutige Fahrzeugpark stammt grösstenteils noch aus den Anfängen des elektrischen Betriebs, während auf der Wengernalpbahn bedeutend modernere Fahrzeuge verkehren. Zudem existiert bei der Schynigen-Platte-Bahn noch die alte Dampflok Nr. 5, die gelegentlich bei Sonderfahrten zum Einsatz kommt.

In Wilderswil, der Talstation dieser Bahn, befinden sich die Gleisanlagen der Schynige-Platte-Bahn direkt neben den Gleisen der Berner Oberland Bahnen. Die ersten 100 Meter verlaufen die beiden Gleisstränge direkt nebeneinander, dann zweigt die Zahnradbahn nach links ab und holpert erst über die steilen Gsteigwiler Hänge und danach durch den Fuchseggwald bergwärts. Nach der Mittelstation Breitlauenen folgt oberhalb der Baumgrenze der sehenswerteste Teil der Strecke. Nach dem Grätlitunnel erblicken die Fahrgäste zum ersten Mal das imposante Panorama von Eiger, Mönch und Jungfrau. Deshalb wird dieser Tunnel unter Einheimischen auch Ah- und Oh-Tunnel genannt. Danach erreichen die Züge nach einer letzten Kehre schliesslich die Bergstation.

Fotogalerie Schynige-Platte-Bahn

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