Wengernalp-Bahn - Längste Zahnradbahn der Alpen


Technische Daten

Länge: 19,3 km; Überwundene Höhenmeter: 1292 m (Lauterbrunnen - Kl. Scheidegg),
1117 m (Grindelwald - Kl. Scheidegg); Spurweite: 800 mm; Betriebseröffnung: 20. Juni 1893; Traktionsart: elektrisch seit 1909/1912, 1500 V DC, zuvor Dampf
Maximale Neigung: 25 %; Zahnradsystem: Riggenbach
Betriebszeiten: ganzjährig

Lauterbrunnen (797 m ü.M.) liegt im Tal der Weissen Lütschine. Das 1034 m hoch liegende Grindelwald liegt im Tal der Schwarzen Lütschine. Dazwischen liegen der autofreie Kurort Wengen sowie die Kleine Scheidegg. Die Wengernalpbahn, die diese vier Orte miteinander verbindet, gilt als längste durchgehende Zahnradbahn der Welt.

Die Konzession für den Bau einer Zahnradbahn auf die Kleine Scheidegg erhielt der Eisenbahnpionier Leo Heer-Bétrix im Juni 1890. Der Bau der Bahn wurde der Firma Pümpin & Herzog übertragen, die gleichzeitig die Zahnradbahn auf die Schynige Platte baute. Der Bau war alles andere als einfach; vor allem in den Flühen zwischen Lauterbrunnen und Wengen ergaben sich erhebliche Probleme. Der von vielen Bächen durchzogene Hang war steil und bot wenig Halt für das Trassee, wodurch teilweise hohe Stützmauern nötig wurden.
Am 10. August 1892 erreichte der erste Zug die Kleine Scheidegg und am 20. Juni 1893 wurde die Strecke auf der ganzen Länge offiziell eröffnet. Die Bahn war von Anfang an sehr erfolgreich. Mit stetig zunehmender Fahrgastzahlen und dem Wunsch, die Bahn auch im Winter betreiben zu können, wurde der steile Streckenabschnitt zwischen Lauterbrunnen und Wengen, der keine Ausweichmöglichkeiten bot und zudem im Winter der Lawinengefahr ausgesetzt war, zunehmend zu einem Problemfall. Aus diesem Grund wurde zwischen Lauterbrunnen und Wengen eine neue, weniger steile Strecke mit Ausweichmöglichkeiten geschaffen, die wintersicher war und 1910 in Betrieb genommen werden konnte. Im Winter 1909/1910 konnte dann auch der Ganzjahresbetrieb auf der Seite Lauterbrunnen aufgenommen werden. Die alte Strecke zwischen Lauterbrunnen und Wengen diente daraufhin noch dem Güterverkehr und als Ausweichroute im Sommerhalbjahr, musste jedoch 2006 wegen sich ungünstig verhaltender Geländesituation aufgegeben werden. Auf der Seite Grindelwald konnte der Ganzjahresbetrieb erst 1993 aufgenommen werden, da hier der Bau von zahlreichen Lawinengalerien nötig war.
Auf der Grindelwalder Seite beginnt die Strecke im Dorf beim Bahnhof der Berner Oberland-Bahn (BOB) und führt danach zuerst hinunter zur Station Grindelwald Grund, wo die Züge Kopf machen, um danach den steilen Anstieg zur Kleinen Scheidegg unter die Räder zu nehmen. Auf der Kleinen Scheidegg auf 2061m ü.M. ist für die Züge Endstation. Obwohl die Gleise durchgehend sind, existieren keine fahrplanmässigen Züge von Grindelwald bis Lauterbrunnen, da für die Talfahrt auf der anderen Seite die Zugskomposition gedreht werden müsste, um das Triebfahrzeug wieder talseitig zu haben. Hierfür existiert auf der Kleinen Scheidegg zwar ein teils im Berg verstecktes Gleisdreieck, doch wäre der betriebliche Aufwand zu gross. Ausserdem verkehren auf der Seite Lauterbrunnen wegen der geringeren Steilheit grundsätzlich dreiteilige Kompositionen, während auf der Grindelwalder Seite nur zweiteilige Züge zum Einsatz kommen. Auf der Kleinen Scheidegg besteht Anschluss auf die Jungfraubahn, die die Reisenden zur höchstgelegenen Bahnstation Europas führt.

Die Wengernalpbahn ist heute eine leistungsfähige Bergbahn mit modernem Rollmaterial, wovon vor allem die ab 1998 in Betrieb genommenen Niederflur-Gelenksteuerwagen herausstechen. Das Fahrgastaufkommen im Winter übersteigt heute bei weitem dasjenige des Sommerhalbjahres.

Fotogalerie Wengernalpbahn

Homepage der Jungfrau-Bahnen

zurück zu den Zahnradbahnen

Statistik